Faszien und Sportliche Leistung

Gehörst Du auch zu denjenigen, die nicht nur Spaß an der Bewegung haben, sondern brennst Du förmlich für Deine sportliche Leidenschaft und forderst Dich und/oder andere gerne körperlich und mental heraus? Wenn ja, dann wirst Du Dich sicherlich für eine wichtige Grundlage sportlicher Leistungsfähigkeit – dem Fasziengewebe – interessieren.

Die strukturellen Eigenschaften von Faszien, das sind bestimmte Anteile von Bindegewebe des Bewegungsapparates, beeinflussen u.a. unsere Körperstatik, den aufrechten Gang, Bewegungsausmaß und -fluss als auch unsere Koordination. Fasziengewebe kann sich jedoch so verändern, dass Bewegungseinschränkungen und Schmerzen resultieren. Gesunde Faszien sind daher ein wichtiger Baustein für eine effektive Leistungssteigerung und Schutz vor Verletzungen im Sport.

Egal, ob wir uns in unserer Freizeit ambitioniert oder wettkampforientiert einer bestimmten Sportart widmen, stets ist ein Ausgleich wie z.B. Regeneration und Dehnen wichtig, ansonsten kommt es auf Dauer zu einer einseitigen Belastung unseres Körper. Möglicherweise entwickeln sich Überlastungssyndrome - z.B. der sog. Tennisellenbogen oder das chronische Kompartmentsyndrom. Meist sind unterschiedliche anatomische Strukturen betroffen, jedoch sind fasziale Strukturen häufig involviert. So wird z.B. die Entstehung des chronischen Kompartmentsyndroms auch auf eine erhöhte Viskosität bzw. Steifigkeit von aponeurotischen Faszien zurückgeführt (Lit. 1). Im Falle von Verletzungen und Operationen kann es außerdem zu Verwachsungen in Faszien kommen. Diese Veränderungen können dann dazu führen, dass pathologische Kraftlinien im Körper entstehen und Schmerzen in anderen Bereichen des Körpers verursacht werden (Lit. 2).

Gezieltes Faszientraining, Yoga und manuelle Behandlungsmethoden können unabhängig davon, ob wir viel Rad fahren, Tennis spielen, Laufen, Klettern oder Bergtouren gehen, dabei helfen, den Einfluss von einseitigen Bewegungsausführungen zu reduzieren und unsere Faszien gesund zu erhalten. Rolfing an dieser Stelle setzt hier als ganzheitliche Methode an. So werden u.a auf Grundlage des Ertastens von faszialen Spannungen und von Haltungs- und Bewegungsanalysen bestimmte Restriktionen und Kompensationsmuster manuell im Körper gelöst:

• Verbesserung der Körperhaltung und Körperwahrnehmung
• Verbesserung der biomechanischen Effizienz, Koordination und Harmonisierung von Bewegungsabläufen
• Verminderung haltungsbedingter chronischer Schmerzen und Gelenksprobleme
• Reduzierung der Anfälligkeit für Verletzungen bei hohen wiederkehrenden Belastungen (repetitive strain injuries)
• Unterstützung des Heilungsprozesses nach bestimmten Verletzungen und vermindertes Risiko einer Chronifizierung

Das folgende Video erläutert (leider nur auf Englisch) wie Rolfing helfen kann, die sportliche Leistungsfähigkeit zu verbessern und aufrechtzuerhalten.

Literatur:

(1) Carla Stecco Atlas des menschlichen Fasziensystems, Elsevier GmbH, Urban&Fischer Verlag, 1.Auflage, Seiten 97, 260 und 336

(2) Carla Stecco Atlas des menschlichen Fasziensystems, Elsevier GmbH, Urban&Fischer Verlag, 1.Auflage, Seite 80

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